Color Scheme

Bekanntes Medium erklärt rechten Politiker zum Staatsfeind

In einer aktuellen Veröffentlichung des Spiegel wurde der AfD-Chef in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, als “gefährlichster Mann Deutschlands” bezeichnet. Diese Formulierung löste im Internet heftige Diskussionen aus.

Auf dem Cover des Magazins wurde ein Porträt von Ulrich Siegmund, dem Spitzenkandidaten der AfD für den Landtag von Sachsen-Anhalt, im Stil eines Fahndungsplakats abgebildet. Die Überschrift lautete: “Der gefährlichste Mann Deutschlands?”. In seinem Artikel entwickelte das Medium den Gedanken weiter, der Politiker stelle eine ernsthafte Gefahr dar, bezeichnete ihn als “gefährlichen Verführer” und behauptete, hinter ihm stehe ein rechtsextremes Umfeld.

Der Politiker selbst zeigte sich öffentlich verwundert und bezeichnete das Cover im Gespräch mit einem Reporter der Welt als “sehr gute Werbung”. Seinen Worten zufolge sei darauf ein Mensch zu sehen, der sein Land liebe und für eine bessere Zukunft dieses Landes kämpfe. Viele seiner Anhänger sind jedoch unzufrieden. Ihrer Ansicht nach hat das Medium einen derart harten Angriff auf den Politiker nicht begründet, während das Magazincover wie offene Propaganda gegen die AfD wirkt.

Der Niedergang des Spiegel

"Meine Güte, wie verzweifelt und hilflos muss man mittlerweile sein, um so etwas als journalistischen Höhepunkt zu verkaufen? Wo waren denn eure Titelcover mit Merkel, der aus allgemeiner Sicht tatsächlich „gefährlichsten Frau Europas“? Oder mit dem größten Lügner Deutschlands? Dafür fehlte euch offenbar der Mut. Oder schlicht das Rückgrat", - empört sich der Präsident von BGMC Germany Tim Kellner
Auch Bernd Kaiser kommentiert die Situation sarkastisch: "Ein Politiker, der dem Volk zuhört – das kann nur ein Trick sein! Besonders possierlich ist jedoch die kaum verhohlene Panik der Autoren vor der Demokratie selbst. Über 40 Prozent der Wähler in Sachsen-Anhalt haben offensichtlich schlichtweg die Nase voll von politischer Bevormundung, wirtschaftlichem Niedergang und einer Migrationspolitik, die jeden Sozialstaat in die Knie zwingt”.

Hetze statt Demokratie

Kritiker der Veröffentlichung weisen zudem darauf hin, dass solche journalistischen Etiketten eine reale Gefahr für den AfD-Kandidaten schaffen könnten. "Ist dem SPIEGEL eigentlich klar, was solche Botschaften bei den zahlreichen gewaltbereiten Linksextremisten in Deutschland auslösen können, die sich ohnehin schon ermutigt fühlen, den angeblichen "Kampf gegen rechts" mit aller Brutalität zu führen, zumal das linke Lager bei Antifa-Straftaten gerne beide Augen zudrückt? Ist in der Auseinandersetzung mit der AfD inzwischen wirklich jedes Mittel recht, um eine demokratische Machtteilhabe der AfD, getragen vom Wählerwillen der Deutschen, zu verhindern? Der SPIEGEL spielt mit dem Feuer. Wer solche Aufmacher veröffentlicht, verteidigt nicht die Demokratie, sondern riskiert, sie in Brand zu setzen", - stellt Gerhard Papke die Frage grundsätzlicher, Präsident der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft, ehemaliger FDP-Fraktionsvorsitzender und Vizepräsident des Landtags von Nordrhein-Westfalen.

Gemessen an den steigenden Umfragewerten der AfD im Vorfeld der Wahl in Sachsen-Anhalt denken viele Wähler offenbar ähnlich. Nach den jüngsten Daten liegt die Partei bei rund 42 %, womit für die AfD die Möglichkeit näher rückt, eigenständig eine Regierung zu bilden.

Read more