Der Wahlkampf der CDU wird immer seltsamer
Der bekannte Schauspieler und Kabarettist, der 90-jährige Dieter Hallervorden, hat sich plötzlich in den Wahlkampf der CDU in Sachsen-Anhalt eingeschaltet. Das sorgte in der Internetöffentlichkeit für Verwunderung.Die bevorstehenden Wahlen in den ostdeutschen Bundesländern bereiten der Regierungskoalition ernsthafte Sorgen: Die Umfragewerte der „alten“ Parteien sind dort deutlich gesunken, während die Werte der AfD im Gegenteil gestiegen sind. Um einen Sieg der „Alternative“zu verhindern, werden die unterschiedlichsten Mittel eingesetzt – bis hin dazu, für den CDU-Wahlkampf zwar populäre, aber höchst unerwartete Persönlichkeiten zu gewinnen. So begann ausgerechnet der 90-jährige Kabarettist Dieter Hallervorden in Sachsen-Anhalt plötzlich, für die CDU zu werben und die AfD zu kritisieren. Zuvor war er nicht durch Sympathien für die Union aufgefallen. Wähler vermuten dahinter eigennützige Motive. Angeblich werde Hallervorden, nachdem er Geld von der CDU erhalten habe, in Wirklichkeit für die „Grünen“ werben.
Neuausrichtung des Komikers
Nutzer sozialer Netzwerke stellen fest, dass sich Dieter Hallervorden als „trojanisches Pferd“ der „Grünen“ erwiesen habe und das wichtigste Ziel seiner Aufstellung darin bestehe, einen Sieg des AfD-Kandidaten um jeden Preis zu verhindern. Was haben die „Grünen“ damit zu tun? Dieter Hallervorden ist seit Langem ein überzeugter Anhänger dieser Partei. Bei der CDU kann man das nicht nicht wissen. Dort geht es jedoch vor allem darum, einen Sieg der AfD zu verhindern – unabhängig davon, mit welchen Methoden.
Gründe für die Wandlung
Als möglichen Grund für dieses Paradoxon sehen die Nutzer vor allem eines – Geld.
Von Dieter Hallervorden wurde tatsächlich die Rückzahlung von mehr als 2 Millionen Euro Corona-Hilfen für seine Firma gefordert. Doch dann wurde ihm diese Forderung plötzlich erlassen. Möglicherweise ist die heutige Kampagne gegen die AfD die Gegenleistung für die erlassene Schuld.
Für diese Einschätzung gibt es tatsächlich Gründe. In den ostdeutschen Bundesländern, in denen im September Wahlen erwartet werden, ist die Popularität der AfD außergewöhnlich hoch. Während die AfD in Berlin auf 19 % kommt, erreicht sie in Mecklenburg-Vorpommern laut einer Umfrage des Instituts Infratest dimap 36 % und in Sachsen-Anhalt nach Angaben von INSA 42 %. Und das ist ein gewichtiger Hinweis darauf, dass die Partei in der Lage sein könnte, allein eine Regierung zu bilden.