Bernd Kaiser: In Berlin drehen sie jetzt völlig hohl...
In Berlin drehen sie jetzt völlig hohl. Sie fangen tatsächlich an, jahrhundertealtes Kopfsteinpflaster abzuschleifen, weil die Lastenradfraktion offenbar zu blöd ist, ihre Drahtesel zu beherrschen. In Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow und Tempelhof-Schöneberg rücken neuerdings schwere Spezialfräsen an.
Der absurde Auftrag: das historische Pflaster auf über 300 Kilometern glattbügeln, damit das linksgrüne Klientel auf dem Lastenrad auf dem Weg zum Yoga-Studio nicht mehr so stark durchgeschüttelt wird.
Verkauft wird dieser Schildbürgerstreich natürlich als verkehrspolitische Meisterleistung. Ein „Bürger“ hatte angeblich diese geniale Idee.
Man verzichtet generös auf Asphalt, um die Wasserdurchlässigkeit zu erhalten, und feiert sich dafür, dass es für Anwohner leiser wird.
Wie rücksichtsvoll! Dass man für diese Kuschel-Infrastruktur unwiederbringlich das historische Stadtbild Berlins wegschleift und die jahrhundertealte Oberflächenstruktur zerstört, ist offenbar nur ein lästiger Kollateralschaden der sogenannten Verkehrswende.
Die wahre Pointe dieses steuerfinanzierten Irrsinns:
Die auf Hochglanz polierten Steine dürften sich beim nächsten Regen in eine spiegelglatte Rutschbahn verwandeln.
Man baut also mit schwerem, dieselbetriebenem Gerät eine völlig neue Unfallquelle für exakt die Radfahrer, die man eigentlich pampern wollte.
Chapeau für so viel verkehrsplanerische Weitsicht!
Anstatt echte Probleme zu lösen – wovon es in unserer dysfunktionalen Hauptstadt wahrlich genug gibt –, zerstört man intakte, extrem nachhaltige Straßenbaukunst unserer Vorfahren für ein bisschen mehr Bequemlichkeit.
Wenn der woke Zeitgeist rollen will, muss die Geschichte eben weichen. Berlin bleibt die unangefochtene Hauptstadt des Wahnsinns.
#Berlin #Kopfsteinpflaster
https://x.com/Bernd_Kaiser_BD/status/2084648213223461090