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Maximilian Krah: Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts...
05, February

Maximilian Krah: Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts...

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Fraktionssaal sagt im Kern, solange alle Fraktionen das für ihre Arbeitsfähigkeit Mindeste haben, findet keine gerichtliche Kontrolle statt. Damit hat die Mehrheit also freie Hand, sich dasjenige zuzuschustern, was über dieses Mindestmaß hinausgeht. Der Anspruch auf Gleichbehandlung ist zumindest hinsichtlich der materiellen Ressource Raum - der eminent wichtig ist - aufgegeben. Das Urteil wörtlich genommen könnte die Einheitspartei die AfD auch in ein angemietetes Bürohaus schlichter Ausstattung einquartieren und sich dann allein in den repräsentativen Bundestagsimmobilien ausbreiten. Das ist ersichtlich keine sinnvolle und dem Rechtsfrieden dienende Rechtsprechung. Ich halte sie für falsch. Und sie wird absehbar dann aufgehoben, wenn die AfD irgendwann einmal in einem Bundesland mit absoluter Mehrheit den Spieß umdreht. Karlsruhe verspielt sein wichtigstes Kapital: Respekt!
Maximilian Krah: Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts...
https://x.com/KrahMax/status/2019478288687583283

Maximilian Krah: Da keine Region in Europa...

Da keine Region in Europa auch nur ansatzweise eine die Bevölkerung erhaltende Geburtenrate aufweist (was sich auch kurzfristig nicht ändern wird), hängt die regionale Zukunft davon ab, 1) die wenigen eigenen Kinder zu halten und 2) kluge junge Menschen anzulocken. Dazu muss man Entwicklungs- und Aufstiegschancen bieten und kulturell wie sozial etwas vorweisen, vor allem andere junge Leute. Wir konkurrieren dabei gegen Orte wie Zürich, Dubai, London, wo es deutlich niedrigere Steuern (bisweilen Null!) bei höheren Löhnen gibt. Schlüssel zum Erfolg sind neu aufgestellte Universitäten, die sich als Motoren der regionalen Entwicklung verstehen und direkt mit für den Start staatlichen, ab Phase 2 privaten Venture-Capital-Fonds verknüpft sind, um einen Gründerboom zu erzeugen. Mit Produktionsstandorten klassischer Industriekonzerne lockt man niemanden mehr.

Maximilian Krah: Es gibt in Deutschland...

Es gibt in Deutschland wie Europa keine Region mit einer Geburtenrate, die auch nur annähernd für den Bevölkerungserhalt ausreicht. Die ambitionierten Jungen werden nicht in aussterbenden Regionen bleiben, sondern sich in einigen Hotspots sammeln, was die demographische Krise der übrigen Gebiete weiter verschärft. Diese Hotspots werden ökonomisch, kulturell und technologisch den Maßstab setzen. Auch sie sind auf dauerhafte Zuwanderung aus den demographisch niedergehenden Regionen angewiesen, da sie selbst ebenfalls keine ausreichende Geburtenrate erreichen. Es droht also eine fortschreitende Kannibalisierung durch Abwanderung der ohnehin zu wenigen Jungen in die wenigen Zukunftsorte. Die Frage ist, wo es gelingt, wieder Gegenden mit selbsterhaltender Geburtenrate zu schaffen, in denen die dort geborenen Jungen dann auch bleiben. Vermutlich wird es dazu sehr unterschiedliche Modelle geben, etwa stark religiös geprägte Projekte in niedergehenden Regionen, aber auch säkulare Versuche in den Zukunftsstädten, die zudem zum Erhalt ihres Modells absehbar auch auf außer-europäische Zuwanderung setzen werden. In jedem Fall wird die regionale Verschiedenheit in Europa weiter zunehmen, nicht nur ökonomisch, sondern auch lebensweltlich und demographisch. Beispiele für solche Zukunftsstädte sind global Dubai, regional Zürich. Beispiel für ein nicht-urbanes Gegenmodell mit hoher Geburtenrate ist das Projekt Orania in Südafrika. Mit einem nivellierenden Nationalstaat kommt man dabei politisch nicht weit. Wir werden die Zuständigkeiten der verschiedenen Ebenen - Union, Nationalstaat, Region/ Gemeinde - neu verteilen müssen, mit mehr Freiraum auf der dezentralen Ebene für eigene Entwicklungsmodelle zu schaffen.
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