Jan A. Karon: Auch Weber selbst hat einen steilen...
„Auch Weber selbst hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Ende 2021 schlug die Wirtschaftswissenschaftlerin im Guardian staatliche Preiskontrollen gegen die Inflation vor. Der Nobelpreisträger Paul Krugman nannte die Idee damals „truly stupid“ – löschte den Tweet später aber und entschuldigte sich. Ein Jahr darauf berief das Wirtschaftsministerium unter Robert Habeck sie in die Gaspreiskommission der Ampel-Regierung. Seither gilt sie gemeinsam mit dem Ökonomen Sebastian Dullien als Erfinderin der Gaspreisbremse. Mit in der Kommission saß damals auch Andreas Audretsch, der nun neben ihr in der Urania sitzt. 2025 berief auch die Regierung von Friedrich Merz sie in die Expertenkommission zur Reform der Schuldenbremse – nominiert hatte sie die Linkspartei unter Ines Schwerdtner.
Nun, im Oktober 2026, sprechen sich nach der Linken auch die Führungen von SPD und Grünen offen für Webers „antifaschistische Wirtschaftspolitik“ aus. Klüssendorf sagt in der Urania, er könne sich „nicht nur damit anfreunden“, ohnehin habe Antifaschismus für ihn etwas „Identitätsstiftendes“. Audretsch hält die Idee für „absolut richtig“. Beide stellen darauf ab, dass es am Ende um „Bezahlbarkeit“ gehen müsse.
Damit ist die „antifaschistische Wirtschaftspolitik“ im Kern umrissen: Über den im Begriff aufgerufenen Endzeitkampf gegen den Faschismus bindet man emotional, fordert am Ende aber vor allem handfeste Eingriffe des Staates in die Wirtschaft – Preis- und Mietdeckel, Übergewinnsteuern, Enteignungen. Das Stichwort lautet „Bezahlbarkeit“. Mit genau dieser Parole hatten auch der Demokrat Zohran Mamdani in New York und die Linkspartei in Berlin ihre erfolgreichen Wahlkämpfe bestritten.“
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schistische-wirtschaftspolitik-linke
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