Tomasz Froelich: 60.000 Migranten in zwei Tagen...
60.000 Migranten in zwei Tagen - was in Ceuta geschah, war keine organische Migrationsbewegung, sondern ein koordinierter hybrider Angriff, hinter dem wohl auch Marokko steckt.
Schon in der Vergangenheit, insbesondere 2021, hat Rabat Migrationsströme als politisches Druckmittel gegen Madrid eingesetzt, etwa in der Westsahara-Frage - damals stürmten etwa 12.000 Migranten Ceuta. Diesmal könnte die energiepolitische Annäherung Spaniens an Marokkos regionalen Rivalen Algerien ein Auslöser gewesen sein.
Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Marokko mehrere formale Abkommen und Partnerschaften mit der EU hat, stellt sich die Frage, ob Marokko hier auf eigene Faust gehandelt hat.
Natürlich begünstigt auch Spaniens desaströse Migrationspolitik einen solchen hybriden Angriff. Denn wer, wie Pedro Sánchez, grenzenlose Migration propagiert, kann sich kaum dagegen wehren, wenn gegen ihn die Migrationswaffe gerichtet wird.
Da Marokkos Erpressung durch Migration potentiell auch uns gefährdet, müssen wir den Druck auf Rabat erhöhen, um solche hybriden Angriffe künftig zu unterbinden:
Marokko erhält von der EU im Schnitt rund 200–250 Millionen Euro pro Jahr an bilateralen Zuschüssen (vor allem über das NDICI-Instrument), Budgethilfen (z. B. 233 Millionen Euro allein 2025) und Global-Gateway-Mittel. Hinzu kommen jährlich variable EIB-Darlehen in oft dreistelliger Millionenhöhe. Von Deutschland (BMZ/KfW) fließen jährlich 200-600 Millionen Euro als rückzahlbare Darlehen nach Marokko.
Kurzum: Ein ziemlich hoher Preis dafür, dass man im Gegenzug mit der Migrationswaffe erpresst wird. Man könnte diese Mittel streichen, zumindest aber noch stärker an Konditionen anpassen.
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